2011 Februar

Intermezzo

Das 17-Blenden-Dynamikwunder

Wer sich einmal morgens um 8:44 Uhr am südöstlichen Ende des Gingener Bahnsteigs positioniert und sich bei feuchttrüber Luft die gleissend helle Sonne in die Fresse scheinen läßt, packt die Fotoausrüstung schnell wieder ein.

 

Morgenstund' hat eben nicht nur Gold im Mund - selbst nach  sorgfältigem Zähneputzen.

Wenn aber nun sogar bei Toyota nichts unmöglich ist, sollten wir nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen. Es findet sich immer ein Weg...

...und siehe da: nach ein klein wenig gnadenloser Bearbeitung deutet nichts darauf hin, dass die Sonne nur einen Finger breit vom linken oberen Eck entfernt am Himmel steht.

Zwei Dinge sind bemerkenswert. Zum einen können sich alle Hobbyphysiker am Interferenzmuster der Flachwagen-Gitterstäbe erfreuen, und zum zweiten deuten die apokalyptischen roten Marker rechts unten auf die demnächst anstehenden Bauarbeiten zur Schallbeschützung der Menschheit hin.

Zum kotzen!

 

 

 

26. Februar

Juhuuuuuuuuuuuuuuuuuuu, Sonneeeeeeeeeeeeeee!!!

 

Dieser Samstag ist wie geschaffen für eine buchstäbliche Fahrt ins Blaue.

Zunächst aber beobachten wir den Doppeldiesel auf seiner Fahrt kurz nach Verlassen des Geislinger Bahnhofs. Gleich geht es in einer engen Linkskurve in das Hufeisen.

Die Garnitur wird den Bildausschnitt erst in knapp einer Minute wieder verlassen - auf Höhe des kleinen Turm (etwa einen Finger breit über dem Wagendach).

 

 

Das Relikt

Süssen (TSD) ist immer eine Reise wert, und kommt gerade nichts des Weges, findet sich garantiert etwas zu entdecken.

In einer Art von Selbstbezüglichkeit macht sich hier die Vergänglichkeit auch schon am Hinweisschild auf die Vergänglichkeit zu schaffen.

Offensichtlich hat hier aber der eine oder andere Vertreter der Menschheit (welche von einigen Zeitgenossen nach wie vor hartnäckig als 'Krone der Schöpfung' bezeichnet wird) ein wenig bei der Vergänglichkeit nachgeholfen.

Ich ehre den Verfall, ohne ihn ist keine Neubildung möglich... ja nicht einmal Stabilität, denn jene ist ein hochdynamischer Prozess.

Wie ist das gemeint? Betrachten Sie sich im Spiegel, werden Sie feststellen, dass Sie sich in den letzten Monaten (hoffentlich) kaum verändert haben.

Das ist aber nur möglich, weil Sie sich auf zellulärer Ebene ständig erneuern, weil Sie atmen und weil Sie Nahrung zu sich nehmen.

Klingt fast ein wenig paradox, nicht wahr? Die menschliche Stabilität ist nur möglich, weil wir offene Systeme sind, die vielfältigst verstoffwechselnd mit unserer Umwelt interagieren.

Und auf solche Gedanken komme ich beim Betrachten kaputter Bahngleise?

Ich glaube, ich habe echt 'ne Delle in der Bimmel ;-)

 

 

Der Poliboy-Sonderzug

Um diesen Titel zu verstehen, muss man zum 19. Februar scrollen. Aber auch ohne tieferes Verständnis läßt sich dieses herrliche Color-Sonnenbild vorzüglich geniessen.

Eine prima Entschädigung für das vermurkste Bild der Hinfahrt.

Leider sah das HGK-Zugpferd aus wie frisch vom Acker, weshalb ich ein wenig den elektronischen Cillit-Bang-Oxi-Action-Pinsel zur Hand nehmen musste (was einem natürlich niemand dankt - aber Spaß machen tut's trotzdem).

 

 

Aua!

Man muss nicht Schwesterwelle oder Pobereit heißen, um in den Genuss der Erfahrung kommen zu dürfen, dass 'überraschend und von hinten' mitunter schmerzhaft sein kann.

Während die Blicke in Richtung des zu erwartenden Sonderzuges gerichtet waren, schlich sich aus Stuttgart kommend diese bildschöne RTS-Maschine heran.

Obwohl ich grundsätzlich mit manuellen Einstellungen und Vorfokussierung** arbeite, blieben nur wenige Sekunden für einen hektischen Sprint und die Wahl des Bildausschnitts.

Ja ja, Frank und Lokportraits, zwei Welten prallen aufeinander ;-)

** im Gegensatz zur Standardeinstellung aller Kameras, bei der mit halb gedrückter Auslösetaste fokussiert wird, habe ich die Fokussierung entkoppelt und auf eine andere Taste gelegt.

Der Sinn der Sache: einmal Fokus setzen und gut ist!

Diese Vorgehensweise macht 1) noch schneller und vermeidet 2) zuverlässig jegliche Fehlfokussierung.

 

 

Das HGK-Class66-Schweinepriesterchen

Mit BigMäc und Cola bewaffnet, waren mir buchstäblich die Hände gebunden, als sich die Class66 am Eislinger Bahnhof heran schlich. Immerhin reichte es für einen hektischen Nachschuss.

Aber wir sind ja nicht unkreativ...

...also rein ins Auto, 15 km auf der Schnellstrasse heizen, direkt an den Schienenstrang fahren, Autotüre auf und... in der gleichen Sekunde passiert Class66.

Aber wir sind ja nicht blöd...

...also rein ins Auto, 25 km auf der Schnellstrasse heizen, direkt an den Schienenstrang fahren, Autotüre auf und... zur gleichen Sekunde passiert Class66 abermals.

Okay, ich geb's auf.

Was lernen wir daraus? Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung sind doof! Zweimal auf die Sekunde genau verpatzen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Und die Moral von der Geschicht? Selbst die allergeringste Wahrscheinlichkeit nutzt demjenigen nichts, den es trifft. *ggg*

 

 

 

 

20. Februar

In Kirchheim ist echt was los, und auch das Wetter spielt heute mit.

Zu allem überfließenden Überfluss und wie durch eine glückliche Fügung von noch glücklicheren Umständen gesellen sich nach längerer Abstinenz auch noch zarte Schneeflöckchen in den Luftraum.

Kurz und gut: ich schaff im Februar höchstwahrscheinlich kein Sonnenbild mehr.

 

 

...dafür schaff ich ein Bahnübergangsbild!

Wenn Szenerien die Tendenz aufweisen, allzu einsam und verlassen zu wirken, greife ich gerne auf einen vollen Müllsack zurück, den ich stets im Kofferraum mitführe.

Oft genügt schon eine Handvoll Abfall, den man wahllos in den Bildvordergrund wirft, um beim Betrachter ein erleichtertes 'Aaaah, Gott sei Dank zivilisiert!' hervor zu rufen.

 

 

 

19. Februar

Aus der Reihe Missed Approach

Das war's mal wieder nicht - und das Ergebnis taugt allenfalls für eine erneute Experimentier-Xplouschn.

Durch den zu tiefen Standpunkt spiegelt der absichtlich freigestellte erste Wagen wie in alten Poliboy-Zeiten, und diesem Gebrechen ist ohne massive Manipulation nicht aufzuhelfen.

Naja, Sonderzug bleibt Sonderzug, und entsprechend des Alters tauche ich die Szenerie in Sepia...

...oder ist das Terracotta? Mit einer Prise Apricot? Am Ende gar ein Hauch von Schweinchenrosa?

Aufnahme bei Kuchen(Fils)

 

 

 

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