RainTrain...
...oder aus der Reihe: pimp my JPG
Was macht ein Foto interessant? Schärfe? Farbe? Korrekte Bildeinteilung? Motiv? Nicht unbedingt, denn meiner Meinung nach ist ein Medium dann interessant, wenn es seine Stärken ausspielt, und nicht, wenn man an den Schwächen herumlaboriert.
Eine Stärke der Fotografie ist es beispielsweise, einmalige Momente festzuhalten. Eine weitere ist das Einfrieren von Bewegung.
Im vorliegenden Bild 'frieren' gleich mehrere Bewegungen. Während ein zeitweise böiger Wind einen heftigen Regenschauer über das Filstal treibt, rauscht ein schwarzer Stier bei Gingen am Betrachter vorbei, während vom undichten Vordach dicke Tropfen auf den Bahnsteig prasseln.
Der Aufnahmezeitpunkt wurde so gewählt, dass die Lichtspiegelung des Spitzensignals an der nassesten Stelle ebenfalls solidarisch einfriert.
Aufnahme vom Sommer(?) 2010

Wingman
Macht stundenlanges Stehen am Schienenstrang in Gottes freier Natur Spaß? Ein deutliches Ja!
Fehlt folglich noch irgend etwas zum Glück? Ein noch deutlicheres Ja!
Was wäre das Leben ohne einen Menschen, der einen durch dick & dünn begleitet, der einen tröstet, aufbaut, ärgert, liebt, auf Trab hält und nie Langeweile aufkommen läßt?
Ein deutliches sinnlos!
Da kann man sich noch so lange in Foren oder auf Facebook trollen und einen auf dicke Hose machen - denn der Haken an dieser Sache ist: mit dem Abschalten des Computers fällt die virtuelle Welt in sich zusammen und hinterläßt ein gähnend leeres Loch.
Wie schön hingegen die reale Welt: in unvergesslicher Frühlingsstimmung sucht sich Vesna ein gemütliches Plätzchen, während ich noch ein paar Güterzüge abschieße. Der etwas angestrengte Gesichtsausdruck ist mir ein absolutes Rätsel. Vom luftig leichten Handtäschlein kann dies keinesfalls herrühren, denn dort ist wirklich nur das allernötigste verstaut.
Hinweis: ein Download (word-Dokument - ca. 54,7 Gigabyte) der allernötigsten Handtaschen-Füllgegenstände ist in kürze erhältlich ;-)

High Noon
Hochstehende Mittagssonne im Frühsommer 2010. Der beliebte Standort 'Castle Wolfenstein' präsentiert sich dank aufgeheitertem Rückseitenwetter mit toll strukturiertem Himmel in klarer Luft.
Unglaublich, wieviel Dynamik in den alten JPGs im hintersten Eckchen verborgen schlummert. Nahezu sämtlicher Lichtfraß in den blendend hellen 'Kohlköpfen' der Cumuli humilis läßt sich durch gezielte Operation (und einem guten Narkosearzt) eliminieren.
Nach insgesamt etwa 10 verbratenen Bearbeitungsebenen präsentiert sich nun ein Ergebnis, welches sich im Kontrastumfang locker mit jedem Diafilm messen kann.
Um die Tiefenwirkung nicht zu zerstören, wurde nur leicht entzerrt.
Ich muss da unbedingt demnächst mal wieder hin, denn wahrscheinlich handelt es sich im vorliegenden Fall schon um eine historische Aufnahme. Nach letztem Kenntnisstand soll dieser Gebäudekomplex abgerissen werden.

Missed Approach
Da quält man sich - zwar nicht unter Einsatz seines Lebens, aber eine zerbrochene Gegenlichtblende ist immer mal drin - bis in die höchsten Regionen eines Walnußbaumes, um eine angekündigte V100 bei Sonnenlicht abzupassen, und kommt statt dessen in den zwiespältigen Genuss eines rasch aufziehenden Tiefdruckgebietes.
Cirrostratus schiebt sich über die bereits reichlich vorhandenen Cumuli mediocris. Super sehr arg toll anzusehen, aber mein eigentliches Wunschbild durfte ich das Klo hinunter spülen.
Aufnahme vom 4. August 2010 bei Kuchen

Leuchtkraft...
...lässt sich am Bildschirm zwar besser darstellen als auf einem Papierausdruck, aber auch dort fehlt noch viel zu viel Dynamik (Kontrastumfang), um es mit dem natürlichen Seheindruck aufnehmen zu können.
Immerhin wirken die letzten beiden Mohnblumenblüten dank hellem Umfeld höchstensfalls leicht übersättigt...
...aber fotografieren Sie mal bei Dunkelheit die Bremslichter ihres Vordermanns! Das endet meist in drei verschiedenen Varianten:
entweder sind die hellsten Stellen über orange nach gelb ausgefressen, oder aber Sie haben das Licht korrekt belichtet, dafür versinkt der Rest der Szenerie in Finsternis.
In der dritten Variante hören die Bremslichter kurz vor dem Auslösen schlagartig auf zu leuchten.
Tipp: erwähnen Sie in diesem Fall der Kfz-Versicherung gegenüber ihre Leuchtkraft-Dynamik-Experimente nicht!

Rain4Chem ?
Der harte Kern der insidigsten Insider ahnt es vermutlich mittlerweile: Frank hat Lust auf Frühling und Farbe.
Aber auch Color-Jahreszeiten kommen nicht zur Gänze ohne eher betrübliche Wetterlagen aus, nur fällt das beispielweise im Mai 2010 bei weitem nicht so auf wie noch beispieligerweise... hmmm... nehmen wir mal...
...Ende Januar 2011.
Bei Gingen kommt uns R4C in regnerischer Stimmung entgegen. Mit der äusserst jungen und durch die Feuchte noch frischer erscheinenden Pflanzenwelt lässt das aber gut ertragen.

Irrwege
Obwohl ein wenig auf oberflächlichen Postkarten-Kitsch getrimmt, bietet diese Aufnahme eine tolle Steilvorlage für tiefergehende verkehrspolitische Gedanken...
...denn ich finde, die Spedition Walter macht hier alles richtig, zumal die meisten Strassen immer weniger halten, was sie auf den ersten paar Metern versprechen.
An allen Ecken und Enden geht das Geld für längst fällige Sanierungsarbeiten aus, und ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages mein geliebtes Sportfahrwerk verfluche. Die tägliche Fahrt von und zur Arbeit gestaltet sich mehr denn je als eine Aneinanderreihung von Schlagloch-Ausweichmanövern.
In diesem Zusammenhang erscheinen mir Projekte wie S21 ganz besonders sehr arg dringlich...
...verdammt nochmal...

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