2011 September Teil 4

10. September 2011

Panorama des Alltags

Man mag über die im Filstal zuhauf verkehrenden 146er lästern, wie man will, aber eines muss man diesen Zugpferden lassen:

Sie sind immer in fabelhaftem Pflegezustand! Selbst das verkehrsrot leuchtet wie am ersten Tag. Da kann sich so mancher DoSto eine gehörige Portion davon abschneiden.

A propos: warum bleichen eigentlich rote Lackfarben so schnell aus?

Dieses Phänomen kennen viele sicherlich noch von roten Autos aus den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Vor allem an Dach und Motorhaube war schon nach wenigen Jahren eine grauenhafte Verstumpfung (gerne in Kombination mit hässlicher Ausbleichung) fest zu stellen.

Woran liegt's?

Zum einen bewegt man sich sowohl als Hersteller wie auch als Gebraucher ständig zwischen dem konfliktbehafteten Bermudadreieck aus Herstellkosten, Qualität und Umweltverträglichkeit. Extrem lichtbeständige Lacke sind nunmal weder günstig, noch stammen die Zutaten aus Omas Kräutergärtchen.

Zum zweiten sind Unilacke (ohne Klarlack-Deckschicht) generell deutlich lichtempfindlicher, denn die Farbpigmente sind unmittelbar der Strahlung ausgesetzt.

Zu guter letzt leidet rot ganz besonders auffällig an Lichtempfindlichkeit, weil es rot ist. Klingt lustig, gell. Die Erklärung hierzu: rote Farbpigmente erscheinen deshalb rot, weil sie das langwellige und energiearme rote Licht reflektieren, hingegen die kurzwelligen und energiereichen(!) Blautöne (inkl. UV-Strahlung) verschlucken.

Was passiert mit der verschluckten Energie? Nun, zum einen entsteht daraus Wärme, und zum anderen wirkt diese Energie destruktiv an den Farbpigmenten. Schon haben wir den Salat!

Randnotiz: wenn man sich in Modellbahnforen herum treibt, kann man immer wieder nur erstaunt den Hut ziehen, mit welcher Liebe zum Detail hier Modelle 'auf alt' gebrusht werden. Spitzenklasse!

 

 

 

 

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