--- Intermezzo ---
Schummeln dass die Schwarte kracht - die Skalierung macht's möglich
Scale 1:4 wäre die gängige Bezeichnung, wenn man ein Bild (4800x3200 Pixel) auf HomePeitsch-Format (1200x800) herunter rechnet.
Das klingt harmlos, da sich der Skalierungsfaktor auf die Seitenlänge des Bildes bezieht, doch das Verhältnis der Fläche (= Anzahl Pixel) 'nachher zu vorher' beträgt hingegen beachtliche 1:16 !
Ein Bild der Größe 1200x800 beherbergt 0,96 MP (Megapixel). Wer beispielsweise mit 21 MP aufnimmt und auf 0,96 MP herunter rechnet, verkleinert die Pixelanzahl (= die Bildinformation !!!) bereits um den Faktor 21,9 !
Oder anders ausgedrückt: etwa 22 Pixel werden per Interpolation zu 1 Pixel verrechnet.
Verrechnet??? Vermatscht wäre wohl die zutreffendere Bezeichnung, denn zur Vermeidung von Aliasing rechnen die Programme alles kurz & klein (lies: klein & weich). Das ist auch der Grund, warum man nach dem Verkleinern unbedingt wieder scharfzeichnen sollte. Dadurch wird dem Pixelmatsch wenigstens eine tröstliche 'Anscheins-Auflösung' verliehen.
Was bedeutet das nun in der Praxis?
Um zum Bildtitel zurück zu kehren: wenn man sich nicht komplett dämlich anstellt und Logikfehler vermeidet, kann man das Originalbild nach Herzenslust verändern...
...nach der Skalierung ist alles glatt gebürstet ;-)
Beim vorliegenden Bild hatte die Lok ursprünglich den Mast fast gestreift. Also habe ich gaudihalber und zur Illustration den kompletten Mast nach rechts versetzt, das Buschwerk umgepflanzt und die Drähte neu gezogen.
Was im Originalbild vielleicht noch holprig ausschauen mag, ist nach der Skalierung plötzlich stimmig, da die Gegenstände durch die Skalierung auf ihre wesentlichen Eigenschaften reduziert worden sind...
...und diese sind meist recht unspezifisch!
Fast könnte man sagen, die Gegenstände im Bild wurden auf die elementaren Merkmale ihrer jeweiligen Kategorien beschnitten (Beispiel: Wiesengras ist grün mit parallelen Strukturen - Ende der Durchsage).
Deshalb wäre es beispielsweise überhaupt kein Problem, einen Teil der niederen Vegetation rechts der Lok auszuschneiden, in Farbe und Kontrast anzupassen und in die Bäume über der Lok zu kopieren. Das merkt kein Mensch!
Beängstigend, oder nicht? Was darf man denn da noch glauben?
Vermutlich gilt hier die Abwandlung eines geläufigen Bonmot:
Trau keinem Bild, dass Du nicht selbst bearbeitet hast.
In diesem Sinne finde ich 'Dr. Scheller Cosmetics AG' irgendwie total passend ;-)

08. Oktober 2011
Goldständer
...und damit ist keine James Bond Persiflage gemeint ('In geheimer Missionarsstellung' war eh besser).
Hier in der Kurve bei Vorderdenkental geht es ausgesprochen eng zu, und ich vermute stark, dass aufgewirbelter Eisenstaub für die starke Einfärbung von Mast und Ausleger verantwortlich sind.
Warum gerade hier?
In Zeiten der Drehgestelle laufen die Wagen zwar sicher nicht mehr im Spießgang** durch die Kurve, aber irgendwo eckt immer was an, zumal die Überhöhung nur bei einer bestimmten Geschwindigkeit exakt die passende Zentripetalkraft induziert, um die nach außen gerichtete Zentrifugalkraft vollständig zu neutralisieren.
** Wagen steht 'schräg' auf den Gleisen. Rad vorne außen eckt an. Durch das einseitige Abbremsen entsteht ein Giermoment um die Hochachse --> Rad hinten innen eckt an.
01 1066
40 Jahre UEF werden gebührend gefeiert. Gezogen von 01 1066 begegnet uns kurz vor Gingen der dazugehörige Sonderzug.
Noch wenige Meter, dann ist die kurze steile Rampe überwunden, und das Bahnhofs-Plateau winkt mit temporärer Druckentlastung.
Temporär, wohlgemerkt, denn bis Amstetten(Württ.) fehlen dem Standort noch gute 200 Höhenmeter ;-)
Das Wetter ist zwar rechtschaffen mau, aber dafür hat die niedere Vegetation aufgrund der Regenfälle den Farbton Frischgrün wieder entdeckt.
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