2011 Juli Teil 1

03. Juli 2011

Graufilter

Das menschliche Auge hat einen weit höheren Dynamikumfang als jede (erschwingliche) Kamera. Das bedeutet umgekehrt, dass Fotografien einen zu hohen Kontrastumfang aufweisen.

An dieses Manko haben wir uns nicht nur gewöhnt, sondern erheben es vielmehr zum Standard. Dies ist kein Beinbruch, denn  eine Abbildung ist zweidimensional, lautlos, bewegungsfrei, riecht nicht und hat keine Temperatur...

...bleibt also nur das Spiel mit Kontrasten, Farben und Schärfeverlauf.

Kein Wunder also, dass kontrastarme Ausarbeitungen schnell Gefahr laufen, als 'flau' oder vergraut empfunden zu werden, denn auch hier spielt uns das Fotoauge einen Streich. So nehmen wir vor Ort eine knallrote Lok in trüber Luft dennoch als knallrot wahr, denn wir sind Teil der Szenerie!

Beim Betrachten des Fotos am heimischen Bildschirm sind wir hingegen 'entkoppelt', denn wir schauen auf eine Abbildung (deshalb heißt sie ja auch so *ggg*) und nicht durch ein Fenster nach draußen.

Sehr reizvoll (und schwierig) ist es folglich, eine Abbildung wieder von ihrem 'Abbildungscharakter' zu befreien. Ich übe noch ;-)

Aufnahme bei Salach.

 

 

 

01. Juli 2011

Harry Potter and the mysterious chairs of the arcane 4

(Hartmut Töpfer und die rätselhaften Stühle der geheimen 4)

Ich finde, die Muttersprache kann manchmal ganz schön entzaubernd wirken...

...ganz im Gegensatz zum heimatlichen Wetter. Es will zwar kein echtes Sommer-Feeling aufkommen, aber gähnend langweilig gestaltet sich die Saison 2011 nun absolut nicht.

Wenn im Endstadium eines durchziehenden Schauers die Sonne schon wieder am Durchbrechen ist, bietet sich (besonders im Gegenlicht) die Möglichkeit, die Regentropfen deutlich sichtbar werden zu lassen.

Sagenhaft!

Noch viel fesselnder ist aber die Frage, welche okkulten Kräfte für die Bestuhlung der ehemaligen Verladerampe gesorgt haben. Dabei verrät die streng lineare Ausrichtung eindeutig den Einfluß paranormaler Kräfte.

Mehr dazu demnächst in Galileo Spezial auf pro sieben. We love to entertain you!

 

 

 

Verdampfer

Immer wieder unglaublich: fällt am frühen Abend ein kurzer Schauer auf von der Sonne erhitztes Steingut, kann man bei der darauf folgenden Abtrocknung förmlich zusehen.

Der in Blickrichtung Nordosten abgezogene Schauer ist noch keine 20 Kilometer entfernt, da sind Schotter und Bahnsteig schon wieder (fast) staubtrocken - nur im Baumschattenbereich sind überhaupt noch Spuren der feuchten Abkühlung zu erkennen.

Etwa, weil dieser Bereich nach dem Schauer nicht wieder von der Sonne angestrahlt wird?

Nein, sondern in der Hauptsache eher deshalb, weil er sich VOR dem Schauer nicht in gleichem Maße aufheizen konnte.

 

 

 

Das offizielle Eröffnungsbild für den Monat Juli

Der RAW-PEG-Hybrid-Hermaphrodite-Zwitter

Geht's noch länger? Leider ja, denn was ausufernde Produktnamen angeht, hält Tamron mit seinen Objektivbezeichnungen ungeschlagen den 1. Platz, und ich darf mich schon wieder mit der Silbermedaille zufrieden geben.

Zum Bild:

Während bei Durchfahrt des Doppeldiesels (vergleiche hierzu 03. Juli) noch einheitlich grauer Himmel herrschte, fing selbiger kurz vor Eintreffen des BTE-Sonderzuges damit an, auszudünnen und löchrig zu werden wie ein Schweizer Käse.

Mist! Die Sonne stand zu dieser Zeit etwa 3 Finger breit über dem linken Bildrand und schickte sich an, diffuses, aber dennoch grelles Gegenlicht zu produzieren...

...und dabei die unmittelbare Umgebung des Himmels auszufressen.

Da ich einerseits leidenschaftlich gerne im JPG-Format fotografiere, auf der anderen Seite aber zunehmend Spaß daran habe, bisher unbeherrschbare Lichtsituationen in den Griff zu bekommen, stoße ich mitunter an Limitierungen.

Idee: in diesen Fällen einfach RAW und JPEG in einen großen Topf werfen und 20 Minuten bei mittlerer Flamme erhitzen. Dabei gelegentlich umrühren.

Aufnahme am späten Nachmittag bei Salach.

 

 

 

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