2011 Dezember Teil 2


17. Dezember 2011

Lichtspiele - DuskShot zur Adventszeit

Nach meinem ganz persönlichem Dafürhalten gibt es zwei Pole in der AvailableLight-Fotografie:

Auf der einen Seite kann man 'Stilleben' fotografieren und sich dafür nahezu beliebig viel (Belichtungs-)Zeit lassen...

...während andererseits das sinnvolle Zeitfenster beim Festhalten von sich bewegenden Objekten gnadenlos auf Sekundenbruchteile schmilzt.

Die Belichtung des Sensors muss in diesem Fall folglich über ein lichtstarkes Objektiv und die Erhöhung der Sensor-Empfindlichkeit (ISO) erfolgen.

Mit den ISOs ist das aber so eine Sache. Tagsüber, wenn sowieso genug Licht da ist, kann man die Empfindlichkeit problemlos hoch schrauben. Doch des Nächtens, wenn man die höhere Empfindlichkeit dringend bräuchte, läuft man schnell Gefahr, mit der Erhöhung der ISO neben dem dürftigen Nutzsignal hauptsächlich das Sensorrauschen zu verstärken.

Da ist man als Hobbyfotograf mit dem entsprechenden Equipment schnell am Ende der Fahnenstange angelangt.

Umso reizvoller die Herausforderung, und unter Zuhilfenahme aller legaler und halblegaler Hilfsmittel kann man auch mit dem kleinen APS-C Sensor ganz ordentliche Resultate erzielen.

Aufnahme bei Amstetten(Württ.).  *  Nikkor 85/1,8  *  Blende=2,5  *  Zeit=1/250s  *  Format: JPG (kamerainterner Entrauscher auf SOFT).

 

 

 

11. Dezember 2011

The Crow

Wetterlagen, die eine fast geschlossene, aber dünne, und deshalb sehr helle Wolkendecke (Stratocumulus) produzieren, sind aufgrund der hohen Dynamik nie und nimmer im JPG-Format beherrschbar...

...und rangieren in meinem persönlichen Skill-Chart auf Platz 2, unmittelbar hinter dem Topseller Gegenlicht ;-)

Macht nix, denn für solche Bedingungen gibt es ja das RAW-Format. Stellen sie Belichtungszeit und Blende so ein, bis ihnen die Kamera eine leichte Unterbelichtung signalisiert...

...und der in diesen Situationen gern entstehende grellweiße Atombomben-Explosions-Himmel gehört für immer der Vergangenheit an.

Zurück zum Bild: das Schild des Haltepunktes 'Bad Urach Wasserfall' steht zwar sicher nicht im optischen Fokus, erregt aber dennoch sofort Aufmerksamkeit, und mir fallen bei dessen Betrachtung gleich mehrere (un)sinnige Gedankengänge aus den Hirnwindungen:

A) Toll, wie die international bekannte Design-Ikone Modello Modellini bei der Gestaltung des Schriftszuges das Thema 'Wasserfall' durch Auswaschungen an den Buchstaben wieder aufgreift.

B) Wir hätten doch nicht diese umweltfreundlichen Lacke auf Wasserbasis verwenden sollen.

C) Offenbar ist die Luftfeuchte rund um den Wasserfall ganzjährig so hoch, dass sich nichts und niemand jemals verfestigt, auch nicht der Boden. So müssen bspw, die Lampenmasten alle 3 Wochen ins Lot gestellt werden (nächster Termin: Montag, 19. Dezember).

Alles Quatsch, oder? Natürlich, sie haben recht...

...denn die einzig wirklich sinnhaften Gedanken macht sich hier nur die Rabenkrähe: soll ich gleich hier auf die Lampe kacken, oder erst nachher, wenn ich über den Wanderparkplatz fliege?

 

 

The Frau

Trauriges Wetter (in den Hochlagen liegt Schnee), tolle Landschaft und ein Hauch Romantik weht durch den Bildausschnitt - allein, es fehlt die Regionalbahn.

Ist denn überhaupt etwas in Aussicht an diesem Sonntagnachmittag? Keine Ahnung, aber da kann man doch fragen, zumal die den Fahrplan studierende Wandersfrau hoffen lässt...

...und siehe da: um 13:21 Uhr ist es soweit. Nur noch wenige Minuten trennen uns vom Eintreffen des Zuges. Die Spannung steigt ins schier Unermessliche, und ich bin mir sicher, auch sie, lieber Leser, sehen dem lang ersehnten Ereignis mit finster entschlossener Vorfreude entgegen...

 

 

The Schau

Wahnsinn! Fast auf die Sekunde genau planmäßig fängt das (synthetische) Läutwerk des Bahnübergang mit bimmeln an...

...und 650 022 kommt um die Kurve, um unsere Wandersfrau zur Endstation Bad Urach zu bringen. Danach geht es wieder zurück in Richtung Metzingen.

Alle Aufnahmen des heutigen Tages wurden mit dem Tamron 17-50/2,8 gemacht (Version ohne VC). Dieses Objektiv liefert regelmäßig bollenscharfe Bildergebnisse ab...

...vorausgesetzt, es wird manuell fokussiert!

Komisch, gell?!? Ich habe mir lange den Kopf zerbrochen, woran das liegen könnte, bis mir vor kurzem eine mögliche Lösung für dieses Rätsel eingefallen ist. Offenbar vertragen sich zwei Dinge nicht besonders toll:

1) FokusShift: der Brennpunkt 'wandert' in Abhängigkeit von der Blendenöffnung. Darunter leidet das Tamron bekanntermaßen.

2) Springblende: für ein helles Sucherbild hält die Kamera die Blende immer geöffnet. Auch der Autofokus misst durch die Offenblende. Nur zum Zeitpunkt des Auslösens 'springt' die Blende auf den eingestellten Wert...

...und damit verschiebt sich 'dank' FokusShift auch der Brennpunkt geringfügig. Na prima.

Glücklicherweise leidet das Tamron nicht an einer Verschiebung des Brennpunkts in Abhängigkeit von der Brennweite, und so kann man mit einer einzigen manuellen Einstellung nahezu alle Bildsituationen erschlagen.

Bei der Ermittlung der optimalen Einstellung ist nur eines wichtig: Kontrollieren sie das Ergebnis anhand einiger Testschüsse am Display der Kamera und nicht vorab durch den Sucher.

Für Tonwertkurven-Junkies: selbstverständlich wurde der theoretisch mögliche Tonwertumfang nicht vollständig ausgereizt, denn ein trübes Wetter ist ein trübes Wetter ist ein trübes Wetter ;-)

 

 

 

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