16. Oktober
Süßwaren
Schokoriegel gefällig? Eine Tüte Gummibärchen? Klettern Sie gerade auf dem Hungerast?
Dazu folgender hypothetischer Dialog:
Hey Frank, ich hab riesen Lust auf ne Tafel Roter Spurt Vollnuss (Name geändert). Wieviel Geld hast'n dabei?
Sorry Peter (Name frei erfunden), nur noch 28 Euro.
Schade...
Ernsthaft: In dieser Süßwarenbox sind die Preise ordentlich versalzen. Wahrscheinlich ist der Umschlag zu gering...
...und wie jeder, der keine Ahnung hat weiß, egalisiert man fehlenden Absatz am besten durch Preiserhöhungen.
Was hier im kleinen falsch gemacht wird, läßt sich analog auf so manch' große Unternehmung übertragen... aber hey, ich komme völlig vom Bildinhalt ab.
Eigentlich wollte ich doch nur diese schöne Doppeltraktion am Bahnhof Geislingen/Steige zeigen. Der durch den Regen hervorgerufene 'Klarlackeffekt' erhöht die Kontraste und suggeriert Sauberkeit.

Das sagenhafte Bildrätsel:
Linkerhand erkennen wir an der Befestigungsmauer 3 Kunstwerke, die zu Weltruhm gelangten und weit über die Bahnhofsstrasse hinaus bekannt sind.
Frage hierzu: Warum ist die Mauer unterhalb dieser Kunstwerke frei von Moos, Flechten und Pilzen? Und warum reißen diese 'keimfreien Zonen' schlagartig ab und setzen sich nicht bis zum Erdboden fort?
Auflösung des Rätsels:
Wo kein Wasser, dort kein Leben. Selbst die einfacheren Organismen tun sich auf trockenem Untergrund schwer.
Auffällig ist, daß dieser tote Bereiche schlagartig abbricht. Dies liegt an den Regentropfen, die entlang des Kunstwerks nach unten laufen und sich am unteren Radius an einem bestimmten Punkt lösen (wenn die Schwerkraft die Kohäsionskraft überwiegt). Durch die Fliesenstruktur wird diese definierte 'Abrisskante' noch verstärkt, weshalb die senkrecht abfallenden Regentropfen an immer derselben Stelle auf das schräge Mauerwerk treffen. Ab dieser Stelle nimmt das Leben wieder seinen gewohnten Gang.
Die Theorie wurde durch ein neutrales Gutachten eines gewissen Bruders bestätigt.
--> zurück zu den aktuellen Bildern
15. Oktober
DuskShotWellDone
WellDone? Gut-durch-Esser sind doch eigentlich bei jedem Chefkoch, der noch eine Unze Stolz unter der Mütze trägt zumindest verpönt, bewegt sich das in dieser Art und Weise servierte Steak doch hart an der Grenze zum 'totgebratenen'.
Auch dieser DuskShot tänzelt am Peak der sinnvollen ISO-Ausbeute, denn noch liefert Level 2500 brauchbare Ergebnisse...
...doch schon kurze Zeit später fällt in großen Bereichen die Intensität des Nutzsignals völlig in den Keller und fraternisiert sich dort fröhlich mit dem Störsignal (Sensorrauschen).
Minuten, die entscheiden! Analog zur guten Küche. Wie hätten Sie's den gern? Knusprig oder verkohlt?
Durchfahrt ICE3 am Bahnhof Geislingen Steige um 19 Uhr. Bild ist heller dargestellt, als es den tatsächlichen Umständen entsprach.

DuskShotLight
...denn das können wir geraaade noch als DuskShot durchgehen lassen. Alltag am Bahnhof Geislingen/Steige.
Interessant ist in dieser Dämmerungsphase folgende Beobachtung:
Während die Pupille und die subjektive Wahrnehmung den zunehmenden Lichtmangel nach Kräften kompensieren (und damit eine nahezu konstante Beleuchtungssituation vortäuschen), muss man an der Kamera im Minutenabstand die Blende weiter öffnen... oder die ISOs hochdrehen... oder die Belichtungszeit verlängern... oder alles zusammen.

10. Oktober
Indian Summer
Für alle, denen 'Total Contrast' immer noch etwas zu fade erschien, rücken hier die Gegensätze zwischen Licht und Schatten noch ein wenig mehr in den Brennpunkt.
Der seitlich von der Abendsonne angestrahlte Bergrücken im Hintergrund reißt's raus, ebenso die Lichtspiele an der ehemaligen Nebenstrecke Geislingen-Wiesensteig im Bildvordergrund.
Aufnahme kurz vor Einfahrt in das Hufeisen in Fahrtrichtung Stuttgart(21). Der Taurus wirbt für den Europaführerschein - erkennbar an der aufgeklebten Karte.
Total Contrast
Nahezu parallel zur Bildachse scheint die Sonne kurz vor Untergang in den Herbstwald. Minuten später wanderte schon der Schatten des Gegenhanges am Bergrücken nach oben.
Von diesem tollen Schauspiel bekommt der Lokführer, der mit den letzten Vorbereitung für den Halt in Geislingen/Steige beschäftigt ist, sicher nur wenig mit.

Arachnophobia
Die tiefstehende Sonne erleuchtet die ersten 100 Meter in Blickrichtung, während der restliche Bildinhalt in der Abschattung des Bergrückens (Schildwacht) liegt.
Wer Angst vor Spinnen oder deren Spinnereien hat, fühlt sich beim Anblick der Fahrdrähte sicherlich nicht besonders wohl...
...und wer keine Angst hat, dem kann ich ja vielleicht welche machen: Stellt euch vor, ihr lasst in einer warmen Augustnacht beim Erkunden einer leerstehenden Hütte euer Gesicht in einem Radnetz hängen ;-)
Aufgabe zur Ablenkung: Ordnen Sie die Fahrdrähte den zugehörigen Schienensträngen zu.

What goes around, comes around...
...und so muss auch die am 03. Oktober bei Kuchen fotografierte 103 235-8 mit ihrem TEE irgendwann wieder zurück in Richtung Heimatbasis.
Aufnahme im Geislinger Hufeisen.

Frei nach Karel Gott und Biene Maja:
In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit, war eine Bahnhof sehr bekannt, von der sprach alles weit und breit...
Refrain: Uuuund diiie-se Baaahn-hof, die ich meine nennt sich...
Und? Welcher Bahnhof ist es denn? Wieder so eine Rätselfrage, die keinen Sinn macht, denn wer den Bahnhof kennt, der kennt ihn... und wer den Bahnhof nicht kennt, kennt ihn nicht. Was soll man denn da rätseln?
Aufnahme Sonntag nachmittag in der Nähe von... (jaja, das würde euch so passen ;-)))
09. Oktober
Der Bahnhof Geislingen/Steige.
Sooo viel hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten gar nicht verändert. Gut, auf dem Gelände des ehemaligen Verladebereiches befindet sich nun der zentrale Busbahnhof, und das Hauptgebäude hat einen neuen Anstrich bekommen...
...dafür werden die vor dem Stellwerk geparkten Schubhilfen wie zu alten Zeiten von einem Mast zerschnitten.
Nach Verlassen der Rechtskurve beginnt die Einfahrt in das Hufeisen in Richtung Stuttgart. Nicht sichtbar durchfährt die Bahn am Fuße des Bergrückens nochmals den kompletten Bildausschnitt von rechts nach links.
Werbung, die keiner braucht... nur EIN Spot... bleiben Sie dran...
Grauer Alltag? Von wegen...
Kurz nach Verlassen des Hufeisens passiert diese RB in demnächst das Stellwerk. An Farben fehlt es hier garantiert nicht, und Dank eines verbogenen Schildes ist sogar der Stromabnehmer unfreiwillig freigestellt.

8 Sekunden früher und mit 180mm mehr Brennweite aufgenommen bietet sich eine völlig andere Sicht der Dinge.
Interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Wirkung auf den ortsunkundigen Betrachter. Es liegt in der Natur der Sache, dass Geländestrukturen durch die Telekompression eine weit größere 'vertikale Dynamik' erhalten...
...doch selbst mit diesem Hintergrundwissen bleibt im Unterbewußtsein ein zumindest leicht verfälschtes Bild in Erinnerung.
Also gilt: Bei Gedankengängen wie 'Holla, was für eine wilde und fotogene Landschaft die Jungs und Mädels im XYZ-Tal doch haben!' immer die Brennweite im Auge behalten.
Hinweis: Das Filstal ist übrigens auch mit kleiner Brennweite saa-genn-hafft *ggg*
Aus der Reihe: Mein kleiner Horror(bilder)laden
Sonne am untergehen? Und auch noch im Westen? Super!
Signale en masse, garniert mit Strommasten und Überlandleitungen? Kaum Platz, den Bügel zu platzieren? Suuuper!!
Noch nicht genug geschaudert? Okay, einen hab' ich noch: den Ausrichtungsthriller!
Obwohl beinahe alle geostationären Elemente nach rechts abkippen, hängt der Taurus immer noch in leichter Linkslage im Gleis. Liegt es an der Bettung?
Hinweis:
Übrigens... das falsche Objektiv hatte ich auch noch am Gehäuse... und Kopfschmerzen... Hunger... Durst... Heimweh... Harndrang...

Experimentalbild auto emoción
Gibt's das? Erneut diese ungerechten Lichtverhältnisse (vgl. die sinnbildliche Zweiteilung vom 08. Oktober). Während die schöne und mit viel Lebenserfahrung gesegnete 140er in den Schatten beim Bahnhof Süssen eintaucht, wärmen sich die jungen spanischen Heißsporne im Spotlicht der Abendsonne.
Kleiner Exkurs zur Bildausrichtung: Geometrie versus Psychologie
Beim Betrachten des vorliegendes Bildes scheint das Auge ein Kippen im UZS zu attestieren. Ursache hiefür ist weder der in Kurvenlage befindliche Zug noch der schräg stehende Lichtmast, sondern vor allem die Fluchtperspektive des Gebäudes rechterhand mit stark abfallender Linie. Ungünstigerweise ist die ebenerdige Fluchtlinie durch Buschwerk verdeckt.
Versuch: Verdecken Sie den abfallenden rechten Teil des Gebäudes mit der Hand. Schliessen Sie kurz die Augen und betrachten dann das Bild erneut. Tra-raaa... die Schieflage ist verschwunden.
Und nu? Keine Ahnung, aber wahrscheinlich ist in besonderen Fällen ein Kompromiss aus geometrischer und psychologischer Ausrichtung zielführender.
--> weitere Bilder Oktober 2010
--> zur Startseite