2010 Oktober Teil 1

08. Oktober

Gelungene Bildeinteilung?

Nicht wirklich, dafür aber eine  --> sinnbildliche Zweiteilung <--  (anklicken)

 

Das 218er-Sandwich verläßt in trüber Abenddämmerung den Bahnhof Geislingen/Steige und macht sich auf den Weg in Richtung Ulm.

 

 

03. Oktober

Die Enercon GmbH ist der größte deutsche Hersteller von onshore Windkraftanlagen und steht somit wie kein anderer als Pate für umweltfreundliche Energiegewinnung...

...insofern liegt folgerichtig nichts näher, als mit dem Eurorunner (ER 20) über die Filstalbahn zu dieseln.

Spaß beiseite:

Selbstverständlich ist diese Fuhre ein absolutes Highlight, auch wenn die Dämmerung (inkl. 'Gegenlicht') für schwierige Bedingungen sorgte.

Die Aufnahme (bei Gingen) ist heller dargestellt, als es tatsächlich war. Wir wollen den seltenen Gast doch bewundern können.

 

 

Der kleine Hilfszug oder 'Finden Sie den noch viel kleineren Fotografen'

Anlässlich eines kleinen Malheurs** eilte am frühen Abend eine schnelle Eingreiftruppe mit Bergekran nach Ulm, um den Unglückseeligen beizustehen.

Da die Sonne am Standort Kuchen ihr Tagwerk regelmäßig aus einer sehr ungünstigen Position beendet, entschied ich mich für einen Nachschuss mit viel Landschaft.

Als wenig später zwei Fotografenkollegen ihre 'Sicht der Dinge' veröffentlichten war klar, dass selbige eigentlich Bestandteil meines Bildes sein müssten...

...und so ist es! Zumindest einen der beiden kann man deutlich erkennen.

Hätten Sie's gesehen? Ich jedenfalls hatte das vorher nicht bemerkt.

** Wer ebenso wie ich als Kind eine Märklin HO-Anlage hatte und beim rückwärts rangieren seine Flachwagen am unsauberen Schienenstoß hängen ließ, weiß wovon die Rede sein könnte ;-)

 

 

Wenn sich der TEE ankündigt, gibt es kein Halten.

Leider fehlte heuer der Aussichtswagen, welcher zu diesem Gespann gehört wie der Sauerteig zum Bäcker (zumindest in früheren Zeiten). Zu allem Überfluss wollte dann auch noch der letzte Wagen farblich so gar nicht in's Konzept passen.

Dafür spielte das Wetter mit, und 103 235-8 mit tollem DB-Keks kann eigentlich ziehen was sie will - sie ist und bleibt eine unerreicht perfekte Symbiose aus Eleganz und Funktion.

Aufnahme am späten Vormittag bei Kuchen.

 

Die Variante 35mm trägt den Titel: 'Du solltest jetzt dann wirk-lich auslösen!'

Sicherlich hatte der Kollege sein Bild zum richtigen Zeitpunkt im Kasten, aber die noch in Auslöseposition verweilende Körperhaltung war eine Steilvorlage für dererlei Gedankengänge.

Mit lieben Grüßen an den 103er-Freund!

 

 

 

02. Oktober

Let the Herbststimmung in your Heart

Bild 1 von 3 trägt den Titel: Hmmm, naaaja...

Also mal ehrlich. Wäre da nicht der Sonderzug mit der schmucken 110 284-7, man könnte dieses Bild fast überspringen.

Die eher faden Lichtverhältnisse und der langweilige Himmel gehören zwar definitiv zum Herbst, sind aber für mich persönlich in etwa so schmackhaft wie Kürbissuppe.

Aufnahme bei Gingen 

 

Bild 2 von 3

Woll'n doch mal sehen, ob wir das Süppchen nicht aufhübschen können.

Beim fotografieren der 110er fiel mir die bunte Baumgruppe im Hintergrund auf. Da müsste sich doch etwas draus machen lassen. Statt Salz und Pfeffer dienen nun herbstlich gefärbte Rotbäckchen-Äpfel** als zusätzliche Geschmacksverstärker.

Das offizielle Seitenbacher-Erntedank-Vollwert-Colorbild. Lääääcker...

 

** vermutlich die Sorte Zuccalmaglios Renette (wie wir alle wissen eine Kreuzung aus Ananasrenette und Purpurroter Agatapfel), die 1878 erstmals in Grevenbroich auftauchte - also lange Zeit vor Horst Schlämmer.

 

Bild 3 von 3

Eine schwarze 185er MRCE zieht die Containerschlange - da lacht das Herz...

...und während sich der Himmel aus Westen (Blickrichtung) zusehends dramatisch und fotogen verdunkelt, zaubert die im Süden diffus scheinende Sonne frische Farben in den Speicherchip.

Hinweis: Ein saublöd geparktes Auto eines saudämlichen Fotografen (lies: Ich!) elektronisch entfernt.

 

 

01. Oktober

Es ist mehr als 150 Jahre her, dass der Zimmerermeister H.F. Wiebe im ländlichen Dörverden seine eigene Zimmerei gründete...

...und wäre das Leben nicht so wahnsinnig kurz - Herr Wiebe würde heute sicher mit Freude und Stolz diese bildhübsche Maxima durchs Filstal steuern. Die nur dünne Wolkendecke in 8 Uhr zur Bildachse läßt die blitzblanke Maschine erstrahlen, dass es eine wahre Pracht ist.

Aufnahme bei Gingen(Fils)

 

 

Experimentalbilder zur Bildbearbeitung

Gegenlichtaufnahmen (hier Sonne aus 11 Uhr zur Bildachse) stellen für mein persönliches Empfinden eine der wenigen Situationen dar, in denen der RAW-Modus eindeutig die größeren Reserve besitzt. Mindestens ebenso anspruchsvoll sind allenfalls noch Aufnahmen bei großflächig bedecktem Himmel mit wenig Strukturen.

Möchte man als Ergebnis der Bildbearbeitung einen möglichst natürlichen Seheindruck wiedergeben, müssen dunkle Bereiche auch dunkel bleiben. Die RAW-Reserve sollte nur dazu genutzt werden, Details in den Tiefen sichtbar zu machen. Keinesfalls darf der Eindruck entstehen, man hätte mit 'Aufhellblitzen' gearbeitet.

Aufnahme vom 17.09. bei Geislingen/West

 

 

Schummrige Abenddämmerung...

...der krasse Antipol zur kontrastreichen Gegenlichtaufnahme. Da Züge in der Regel abends und nachts nicht langsamer fahren als bei Tageslicht, sind der Verlängerung der Belichtungszeit starke Grenzen gesetzt...

...es hilft nur Licht sammeln, Licht sammeln und, ganz wichtig: Licht sammeln.

Das ist deshalb so wichtig, weil Regel Nr. 2 lautet: Je später der Abend, desto weniger(!) ISO sind einsetzbar (wer hingegen gerne sein eigenes Sensorrauschen ausbelichtet, darf die Empfindlichkeit selbstverständlich nach oben schrauben).

Zur Bildbearbeitung:

Da das Betrachten von Schummerbildern nur in Schummerbeleuchtung Sinn macht, ist unbedingt ein hochwertiger Monitor zu empfehlen, der auch feine Zwischentöne darstellen kann und sich nicht in 'IsoColorRasterungen' verliert.

Ist die Sonne untergegangen, lebt die Aufnahme von den schwachen Kontrasten, die manchmal schon Spielraum zur Mutmaßung zulassen dürfen.

Also gilt: Raus mit der Sättigung (in der Nacht sind alle Katzen grau), dunkle Bereiche nur minimal hochziehen und den Kontrast in hellen Bereichen leicht absenken.

Aufnahme vom 13.09. bei Gingen

 

Kontrastarm und hell dank starkem Nieselregen...

...der hier durch den Tele-Einsatz noch deutlicher zur Geltung kommt. Da eine solche Szenerie nur eine geringe Eingangsdynamik aufweist, kann man bei der Aufnahme kaum etwas verbolzen.

Bei der Bildbearbeitung sind nur 3 Dinge zu beachten: Keinen Kontrast darstellen, der in natura nicht vorhanden war. Keine Farbe hinzufügen, wo keine war, und keine Schärfe darstellen, die bedingt durch 4,7 Millionen Regentropfen nie stattgefunden hat.

Hinweise:

Sollte ihnen der Himmel 'flockig' erscheinen, ist alles in Ordnung. Es handelt sich um die traurigen Reste des Tegelbergs.

Deutlich zu erkennen die Grenzen des Suppenzoom. Es addieren sich geringe Schärfentiefe und Randunschärfe zu einem recht faden Bokeh.

 

Nachlassender Regen macht die Szenerie dunkler, kontrastreicher und für meinen Geschmack sehr stimmungsvoll.

Dokumentarisch hierzu ein Schnappschuss am Bahnhof Geislingen/Steige.

 

 

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