2010 November Teil 1

07. November

Highway 2 Hell

Bei Gingen begegnet uns der EKOL-Containerzug - gezogen von der diabolischen 666er-Lokomotion, die ihre Ladung auf dem letzten Gang zum...

...äääh... hmmm... irgendwie passt dieser Text überhaupt nicht zum biederen Bildaufbau und der drögen Witterung... da muss mehr gehen...

...wie wäre es mit einer Höllenfeuer-Version? Okay, here we go...

 

Highway 2 Hell

Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

Der Ursprung dieser Zahl findet sich in der Bibel in der Offenbarung des Johannes, einer urchristlichen Apokalypse aus dem ersten Jahrhundert.

Für alle Monster, Dämonen, Zombies, Poltergeister, Werwölfe und Halbwesen unter uns hier die Abbildung einer teuflisch apokalyptischen Fracht auf ihrem letzten Höllenritt der Endzeit entgegen...

 

 

DÄMMERUNGS-INTERMEZZO

DuskShotMedium in schwarz-weiss

Durchfahrt des ICE am Geislinger Bahnhof. Eigentlich wollte ich meinen Standpunkt noch ein paar Meter zurück verlegen, um besser freistellen zu können, doch rücklings vereitelten folgende Gegenstände dieses Unterfangen:

1 Baumaschine, 1 Tonne Sand und 16 Tonnen Steine

Man könnte beim Betrachten spontan dazu neigen, der Vergrauung des Zuges durch Kontrastanhebung zu begegnen, aber das wäre nicht authentisch, denn der Witz an der Sache ist folgender:

In der Dämmerung sehen wir zwar 'technisch' einen grauen ICE - in unserer Wahrnehmung aber wird daraus ein weißer ICE bei wenig Licht. Darüber lohnt sich nachzudenken.

 

DuskShotMedium bei Göppingen

Was ist bei Dämmerungsaufnahmen die grosse Herausforderung? In der Regel sind das sämtliche nicht stillstehenden Objekte...

...denn bewegt sich ein Gegenstand auch nur mit Schrittgeschwindigkeit, versperrt er jegliche Chance zur längeren Belichtung und führt das mögliche Zeitfenster von rund 1/40 Sekunde bis 30 Sekunden ad absurdum.

Das selbstfahrende Baugeraffel (offizieller Fachbegriff) kommt zu allem Überfluß erstaunlich flott um die Kurve. Glückwunsch!

Hinweis: Auch wenn das Bild auf den ersten Bild kontrastarm wirkt, birgt es im Detail noch viel zu viel Dynamik, um dem tatsächlichen Seheindruck das Wasser reichen zu können.

 

 

06. November

Aufgabe: Erkennen Sie den Unterschied...

- Als ich heute früh in den Spiegel schaute graute der Morgen

- Als ich heute früh in den Spiegel schaute graute dem Morgen

Kleine Ursache, große Wirkung. Das gilt auch für den vorliegenden Schnappschuss. Die gerade aufgehende Sonne taucht den Geislinger Talkessel am Hufeisen durch eine Wolkenlücke für kurze Zeit in warmes Licht. Von diesem Schauspiel scheinen die meisten Patienten im Kreiskrankenhaus offensichtlich noch nichts mitzukriegen.

Blickrichtung unteres Filstal

 

 

Findet Quietschi!

Auch dieses Lichtspiel dauerte nur wenige Minuten. Grund genug für einen weiteren Schnappschuss.

Blickrichtung Längental

 

Das Bestreben nach Authentizität

Leider verschwand die Sonne bald endgültig hinter einer geschlossenen Wolkendecke - nicht gerade ein Garant für knackige Kontraste. Umso interessanter der Versuch, die feinen Schattierungen im Ground und die zarten Farbtönungen des Himmels 'wahrnehmungsgetreu' wiederzugeben.

Vor allem beim Himmel neigt man gern zu übertriebener Tonwertspreizung. Im Ergebnis dramatisch, aber unrealistisch.

Blickrichtung Rohrachtal. Links oben ist die Burgruine Helfenstein (mit tollem Blick auf die Fünftälerstadt Geislingen) erkennbar - rechts unten die ehemalige Nebenbahnstrecke nach Wiesensteig.

 

The Forgotten

Wo ich doch gerade die Nebenstrecke erwähnte:

Hier der Fußgängerübergang bei Kilometer 0,8 für alle Spaziergänger in Richtung Eybtal oder alle Wandersleut' hoch zu Berge in Richtung Bismarckfelsen. Die etwa 10 Meter höher liegende Hauptstrecke wird per Tunnel unterschritten.

 

Wind in den Haaren

Mit Schubhilfe verlässt 152 114-5 gerade das Hufeisen. An dieser Stelle viele Grüße an den Tf.

Hinweis: Bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen empfehle ich Sinupret Dragees. Rein pflanzlich und schmecken lecker, solange man sie nicht zerbeißt.

 

Der dilettantische multiple choice Bildkommentar

It all begins... with a choice....

1) Bedingt durch das milde Filstal-Klima gedeiht die Vogelwelt prächtig. In der Folge ergeben sich hierdurch für die Geislinger Stadtbevölkerung enorme Probleme. An 17ter Stelle auf der Liste häufiger Todesursachen steht mittlerweile das 'Erschlagen durch Tierexkremente'. Das linkerhand erkennbare Werk stammt übrigens von einem 3 Wochen alten Jungvogel.

2) Ich hatte mich noch gewundert warum der Tetrapak der Axel Frischmilch so aufgedunsen aus dem Kühlschrank daherkommt. Nu stand ich also an der Armierungsmauer und ließ mir den Frühstückstrunk nochmal 'durch den Kopf' gehen.

Anmerkung: Merkt man eigentlich sehr, daß mir nichts gescheites zum Bild eingefallen ist?

 

 

05. November

Im Frühtau zu Berge wir zieh'n, falleraaa...

...könnten hier sowohl der Tf als auch die dazugehörige Class66 mit Fug und Recht in die noch verschlafene Morgenlandschaft trällern. Dank Umstellung auf die Winterzeit ist diese Aufnahme beim Geislinger/Stellwerk um 07:15 Uhr bei guter Beleuchtung möglich.

Während die 151er noch leicht orientierungslos (mit Sicherheit fehlt's am Kaffee) aus der Wäsche schaut, leistet ihre Schwester am Zugende bereits Schubhilfe, denn in wenigen hundert Metern beginnt der Aufstieg nach Amstetten(Württ.).

 

 

01. November

Endlich mal wieder ein Experimentalbild:  The Fog - Nebel des Grauens

Dünn genug für eine Sichtweite von 1,5 Kilometern, aber dicht genug, um jeglicher frischen Farbtönung den Kragen abzudrehen. Die in der Entfernung zunehmende Kontrastarmut vermittelt andererseits eine ausgezeichnete Tiefenwahrnehmung.

Im Gegensatz zu John Carpenters Horrorklassiker aus dem Jahre 1980 graut es hier glücklicherweise nur visuell...

...obwohl, wenn man sich das liebevoll arrangierte Ensemble aus Masten, Warnbaken und Hinweistafeln so anschaut.

 

 

 

EKOL & Gegenlicht & Bremsstaub = sauschwierig

Die Sonne steht tief in 2 Uhr und scheint durch eine gleißend helle Dunst- und Nebelschicht. Damit nicht genug, bringt Lokomotion 663 mithilfe eines starken Bremsmanövers zusätzliche Kontrastarmut vor allem in den hinteren Bildteil.

Ich war mir ziemlich sicher, unter diesen Bedingungen einen Fall für die Lösch-Taste zu produzieren, aber irren ist ja bekanntlich menschlich.

 

 

Voll draufgehalten...

...wurde hier mit dem 18-200er Suppenzoom, und es bestätigt sich, was man auch in diversen Testberichten lesen kann: Trotz einiger Schwächen lassen sich unter 'Field Conditions' ziemlich akzeptable Ergebnisse erzielen, wenn man die Schwächen des Objektivs kennt und nach Kräften aussen vor lässt.

Exkurs: Erst gelacht, dann nachgedacht

Haben Sie sich schon einmal bewußt gemacht, warum Sie grosse Brennweiten verwenden? Möchten Sie entfernte Gegenstände näher bringen? Mit der Telekompression spielen? Mit der Freistellung spielen?

...oder benutzen Sie lange Brennweiten hauptsächlich dazu, um mehr Abstand zwischen sich und das Motiv zu bringen? In diesem Fall sind Sie auf einem guten Weg.

 

 

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